DEAL - Bundesweite Lizenzierung von Zeitschriftenangeboten großer Wissenschaftsverlage (Elsevier, SpringerNature und Wiley)

Derzeit laufen mit den drei großen Wissenschaftsverlagen Elsevier, SpringerNature und Wiley Verhandlungen über die deutschlandweite Lizenzierung ihrer digital verfügbaren Zeitschriften (E-Journals). Diese Gespräche finden im Rahmen des Projekts DEAL statt, das von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, vertreten durch die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), in Auftrag gegeben wurde. Dadurch sollen die einzelnen Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland finanziell entlastet und der Zugang zu wissenschaftlicher Literatur auf breiter Ebene nachhaltig verbessert werden. Die Hochschulleitung der Universität Bayreuth unterstützt die Verhandlungen seit 2016.

Was sind die Ziele der DEAL-Verhandlungen?

  • Teilnahme aller Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland, darunter Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Forschungseinrichtungen (z.B. Max-Planck-Gesellschaft, Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft u.a.)
  • Der Volltextzugriff auf das gesamte Titel-Portfolio (E-Journals) der ausgewählten Verlage soll möglich sein. Verhandelt wird über den Zugang zu aktuellen Zeitschriftenjahrgängen (ab 2018); Archive (bis 2017) sind nicht betroffen.
  • Die angestrebten Verträge sollen außerdem eine Open Access-Komponente enthalten: Alle Publikationen von Autorinnen und Autoren (corresponding authors) der teilnehmenden Wissenschaftseinrichtungen sollen – ggf. nach erfolgtem Peer-Review-Verfahren - automatisch im Open Access veröffentlicht werden (Lizenz: CC-BY).
  • Die Kosten sollen sich dabei nach einem einfachen, zukunftsorientierten Berechnungsmodell richten, das sich am Publikationsaufkommen der jeweiligen Einrichtungen orientiert.

Details und weitere Informationen sind auf der offiziellen DEAL-Webseite zu finden: https://www.projekt-deal.de/

Was gibt es für Angehörige der Universität Bayreuth zu beachten?

Zeitschriften von Elsevier

Die HRK-Verhandlungen mit Elsevier laufen seit 2016, es konnte bisher jedoch kein Ergebnis erzielt werden. Zur Unterstützung der HRK-Verhandlungsposition haben daher inzwischen rund 200 Institutionen ihre Elsevier-Abonnements gekündigt und zahlreiche Forschende ihre Herausgeberschaft bei Elsevier-Zeitschriften niedergelegt. Die Gespräche sind derzeit jedoch unterbrochen, weitere Informationen dazu können der Pressemitteilung der HRK entnommen werden.
Den bisherigen Vertrag mit Elsevier kündigte die Universität Bayreuth zum 31.12.2017. Das heißt, die Universität Bayreuth hat für aktuelle Zeitschriftenjahrgänge keinen gültigen Lizenzvertrag. Der Zugang zu Zeitschriftenheften ab 2018 ist von Elsevier abgeschaltet worden (inkl. der Cell Press-Titel). Weiterhin zugänglich sind aber die bis 2017 erschienenen Ausgaben der bis dato von der Universität Bayreuth lizenzierten Zeitschriften.
Der Pay-per-View-Fonds für Angehörige der Universität Bayreuth zur Bestellung einzelner Elsevier-Artikel ist ausgeschöpft. Es ist derzeit nicht vorgesehen, ihn mit neuen Mitteln auszustatten. Bitte weichen Sie daher bei Bedarf auf die Fernleihe oder alternative Beschaffungswege aus.

Stand: 05.07.2018

Zeitschriften von SpringerNature

Für 2019 wurde im Zuge der laufenden DEAL-Verhandlungen eine erneute Übergangsvereinbarung - vergleichbar zu 2018 - mit dem Verlag geschlossen. Der Zugriff auf ca. 2.200 Springer-Zeitschriften mit den Erscheinungsjahren 1997 bis 2019 ist gewährleistet.
Ein DEAL-Abschluss wird bis Mitte 2019 erwartet. Weitere Informationen dazu können der folgenden Pressemitteilung der HRK entnommen werden.
Zeitschriften der früheren Nature Publishing Group sind nicht Teil dieser Übergangsvereinbarung. Hier haben Angehörige der Universität Bayreuth weiterhin auf die E-Journals Zugriff, die bereits 2017 lizenziert waren.
Am 22. August 2019 wurde mit dem Verlag Springer Nature und dem Projekt DEAL ein "Memorandum of Understanding" unterzeichnet. Nähere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung.

Stand: 24.10.2019

Zeitschriften von Wiley

Am 15. Januar 2019 einigte sich die DEAL-Verhandlungsgruppe mit dem Verlag Wiley auf ein bundesweites, publikationsbasiertes Modell mit Lesezugang (Publish & Read) zur Nutzung und zur Publikation von Zeitschriftenartikeln. Durch diesen ersten Abschluss der DEAL-Gruppe mit einem großen, internationalen Wissenschaftsverlag wird eine deutliche Verbesserung der Literaturversorgung für die deutsche Forschungslandschaft erreicht. Teilnahmeberechtigt sind alle ganz oder überwiegend öffentlich geförderten Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland, insbesondere Universitäten, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, Staats- und Regionalbibliotheken sowie weitere Forschungseinrichtungen (z.B. Max-Planck-Gesellschaft, Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft). Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von drei Jahren (2019 - 2021) und enthält insbesondere folgende Komponenten:

  • Dauerhafter Volltextzugriff auf das gesamte Portfolio von rund 1.700 elektronischen Zeitschriften von Wiley. Dies beinhaltet auch dauerhafte Archivrechte zurück bis zum Erscheinungsjahr 1997.
  • Publikation von Artikeln im Open Access für alle „submitting corresponding authors“ der teilnehmenden Einrichtungen in Wiley-Zeitschriften (insgesamt rund 9.500 Artikel pro Jahr in Deutschland). Die Veröffentlichung erfolgt i.d.R. unter einer CC-BY-Lizenz und kann sowohl in originären (Gold-)Open-Access-Zeitschriften (ca. 140 Titel) als auch in Subskriptionszeitschriften (ca. 1.440 Titel) erfolgen. In ca. 90 Titeln des Verlags ist derzeit noch keine Open-Access-Veröffentlichung möglich.
Vereinbart wurde ein „Publish & Read-Kostenmodell“, das sowohl die Veröffentlichung der Artikel im Open Access als auch den Lesezugang zu sämtlichen Subskriptionszeitschriften enthält. Für jede Teilnehmereinrichtung wird ein individueller Teilnahmepreis berechnet, der auf den bisherigen Lizenzzahlungen und dem jeweiligen Publikationsaufkommen basiert. Er deckt den Zugriff auf alle Subskriptionszeitschriften und die Veröffentlichung der Artikel in diesen Subskriptionszeitschriften im Open Access ab. Hinzu kommen die article processing charges (APCs) für die Veröffentlichung in Gold-Open-Access-Zeitschriften zu einem um 20 % reduzierten Preis. Auch diese werden zentral über die teilnehmende Einrichtung abgerechnet.
Was heißt das für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bayreuth?

Die Hochschulleitung der Universität Bayreuth hat das Projekt DEAL von Anfang an unterstützt; die Universität Bayreuth nimmt daher - wie auch viele andere Universitäten - an dieser Vereinbarung teil.
Zugriff auf die Wiley-Zeitschriften

Die Zugänge zu den bisher lizenzierten Zeitschriften bleiben weiterhin erhalten. Außerdem wurden einige bisher noch nicht zugängliche Wiley-Zeitschriften ebenfalls freigeschaltet. Im Rahmen eines Übergangsszenarios (bis alle Formalitäten und Verträge unterzeichnet sind) sind daher bereits seit 23.01.2019 alle aktuell laufenden Wiley-Zeitschriften online zugänglich. Dies betrifft auch die Archivrechte zurück bis 1997. Die korrekte Verzeichnung im UB-Katalog und in der EZB wird in den nächsten Wochen erfolgen.
Open Access-Veröffentlichung von Artikeln in Wiley-Zeitschriften

Open Access-Veröffentlichungskosten für die Publikation in Subskriptionszeitschriften sind durch den DEAL-Vertrag abgegolten und werden daher nicht mehr separat berechnet. Die APCs für die Publikation in Gold-Open-Access-Zeitschriften sind im Rahmen des Vertrages um 20% gegenüber dem Listenpreis rabattiert. Sie werden den jeweiligen Einrichtungen zentral einmal pro Jahr in Rechnung gestellt, sodass den einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den allermeisten Fällen keine weiteren Kosten entstehen. Lediglich im Fall von höheren APC-Kosten als die von der DFG empfohlene Fördergrenze von 2.000 Euro, die auch für Wiley-Zeitschriften gilt, sind diese von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern selbst zu tragen. Daher bitten wir Sie, bereits im Vorfeld einer geplanten Publikation in einer Gold-Open-Access-Zeitschrift Kontakt mit dem Open-Access-Beauftragten, Clemens Engelhardt (Tel. 0921 / 55 - 3429 ; Clemens.Engelhardt@uni-bayreuth.de) aufzunehmen.
Autorinnen und Autoren können selbst entscheiden, ob sie Open Access veröffentlichen möchten oder nicht. Allerdings bewirkt eine Veröffentlichung im „closed access“ keine Kostensenkung und ist deshalb nicht zu empfehlen. Daher ist die Standardvorgabe für die Einreichung eines Artikels bei Wiley auch „open access“. Die Identifizierung von teilnahmeberechtigten "corresponding authors" bei der Open Access-Veröffentlichung ihrer Artikel erfolgt durch Wiley im Rahmen des Einreichungsprozesses des Artikels. Dazu ist insbesondere die Auswahl der teilnehmenden Einrichtung des "corresponding authors" aus einer standardisierten Liste notwendig. Um die Zugehörigkeit zur Universität Bayreuth eindeutig zu identifizieren, ist außerdem auf eine korrekte Angabe der Affiliation („Universität Bayreuth“), die Angabe der E-Mail-Domäne „uni-bayreuth.de“ und/oder das Hochladen des Artikels aus der IP-Range der Universität Bayreuth zu achten. Weiterführende Informationen zum Einreichungsprozess finden Sie direkt beim Verlag.
Die Einreichung von Artikeln ist in den Gold-Open-Access-Zeitschriften seit dem 22.01.2019 und in den Subskriptionszeitschriften ab dem 01.07.2019 möglich. Maßgeblich ist hier das Datum der Annahme des Manuskripts zur Publikation durch Wiley.
Informationen zum Vertragsabschluss können der Pressemitteilung der HRK vom 15.01.2019 entnommen werden. Darin werden auch drei weitere Initiativen des Abschlusses formuliert:

  • eine neue interdisziplinäre Zeitschrift als Forum für die Entwicklung neuer Open-Access-Publikationsmodelle
  • Etablierung einer Gruppe zu Open Science und Author Service Development zur Beschleunigung neuer Publikationskonzepte
  • ein jährliches Symposium für deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zur Erarbeitung zukunftsweisender Ideen für die Forschungskommunikation
Der vollständige Vertragstext wurde am 18.02.2019 online veröffentlicht.

Stand: 16.07.2019

Bei Fragen zu Projekt DEAL wenden Sie sich bitte an

Bernhard Vogt

Tel. 0921 / 55 - 3447